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Gershwin, George (1898-1937).

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Mittlerweile gehörte George zu der absoluten High-Society im Showbusineß. Er machte Bekanntschaften mit den großen Stars vom Broadway, aus Hollywood, Paris und London.

Zu seinem engsten Freundeskreis gehörten mitunter der bereits erwähnte Paul Whiteman, dem “King Of Jazz”, und Ferde Grofé.
Wie Gershwin glaubte auch Whiteman an die Bedeutung und künstlerische Entwicklungsfähigkeit der volkstümlichen Musik. Um auch seine Landsleute auf dieses Phänomen aufmerksam zu machen, wollte er in einem der seriösen Musikhallen ein anspruchsvolles Jazzkonzert veranstalten und einen Querschnitt der besten amerikanischen Unterhaltungsmusik bieten. Für diesen Anlaß sollte ihm Gershwin ein Auftragswerk schreiben.
Aus diesem Zusammenhang heraus entstand sein wahrscheinlich weltberühmtestes Werk: die Rhapsody In Blue.

Noch ein paar Worte zur Entstehung:
Anfangs war George gar nicht so begeistert von diesem Auftrag , denn er steckte gerade bis zu beiden Ohren in Arbeit, doch trotz seiner Zurückhaltung für Whitemans Vorhaben, spukte ihm das Projekt doch im Kopf herum.

Erste Ideen kamen ihm beim Improvisieren auf einer Party, ihm fiel auf einmal eine weit ausschwingende Melodie ein, die später als Grundlage für den berühmten langsamen Teil der Rhapsody dienen sollte (Ausschnitt Hörbsp. Aus der Rhapsody), doch vorerst vergaß George dieses Projekt völlig im Strudel seiner vielen drängenden Arbeiten.

Erst als der angesetzte Uraufführungstermin immer näher rückte, wurde er provoziert und nahm die Sache ernst. Gershwins Gedanken lauteten bei der Arbeit an der Rhapsody: “ Ganz abgesehen davon, daß man seine wahre Funktion grundsätzlich mißverstand, verdroß mich das ewige Geschwätz über die angeblich so engen Grenzen des Jazz. Es hieß zum Beispiel, er sei an ein festes Taktschema gebunden und auf Tanzrhythmen beschränkt. Dieses Vorurteil wollte ich, wenn möglich, ein für allemal widerlegen. Und mit diesem Ziel vor Augen machte ich mich mit ungewöhnlicher Eile ans Werk.”

George schrieb die Rhapsody für zwei Klaviere, und sein Kollege Ferde Grofé bearbeitete sie mehr oder weniger parallel dazu für Klavier und Jazzband um, erst zwei Jahre später entstand die Version für Klavier und Sinfonieorchester.

Am 12.Febr. 1924 fand dann endlich die lang angekündigte Uraufführung im Rahmen eines großen Jazzkonzertes in der Aeolian Hall statt. Das Konzert wurde unter das Motto “Experiment in modern music” gestellt. Das Anliegen der Veranstalter lag darin, dem amerikanischen Publikum zu zeigen, daß im Jazz doch eine anspruchsvolle, amerikanische Musik liegt.

Unter den Zuhörern fanden sich hohe Tiere wie Jascha Heifetz, Fritz Kreisler, Sergej Rachmaninow, Igor Strawinsky, Ernest Bloch etc. ein.
Doch im Großen und Ganzen bestand das Publikum aus einer bunt zusammen gemixten Zuhörerschaft aus allen verschiedenen Richtungen ... Presseleute, Sänger, Schauspieler, Jazzanhänger, song plugger saßen Schulter an Schulter.

Die Aufführung wurde ein voller Erfolg und wurde mit begeisterter Ovation belohnt. Publikum und Presse waren sich in der Beurteilung einig, daß Gershwin mit diesem Stück etwas geschaffen hat, was ein sehr wichtiger Schritt in ein neues Musikspektrum der amerikanischen Volksmusik war.

Kurz darauf verließ Gershwin die Scandals, da ihm diese Stelle zu wenig Zeit für andere Projekte ließ. Und das nächste Projekt ließ auch nicht lange auf sich warten. Gemeinsam mit der Produktionsgemeinschaft Aarons und Freedley setzte er sich an die Kompositionen für eine musikalische Komödie Lady Be Good!.
Der beste Song aus dieser vom Publikum sehr positiv aufgenommenen Komödie ist The Man I Love, welcher zwar bei der Premiere am 1. Dezember 1924 nicht fürs Programm zugelassen wurde (da er für die Produzenten den Rahmen des ansonsten auf Tempo und Rhythmus angelegten Musicals sprengte), später aber zu einem unvergeßlichen Klassiker Gershwins wurde. (Hörbsp. The Man I Love)

Lady Be Good wurde Modell für eine ganze weitere Folge von Musicals. George und Ira bildeten von nun an ein unzertrennliches Team. George schrieb die Musik und Ira kümmerte sich um die Texte.

1925 zog die gesamte Familie Gershwin in ein fünfgeschössiges Haus am Riverside Drive (also in eine bereits etwas gehobenere Gegend) um.
Das ganze fünfte Geschoß war George’s “Heiligtum”, wo er wohnte und vor allem arbeitete. Hier hatte er seinen großen Steinway Flügel, an dem er die meiste Zeit des Tages sitzen konnte und an den kleinsten Details seiner Stücke herumfeilte, aber auch immer wieder mit großer Begeisterung seinen Gästen etwas vorspielte, die ihm dann stundenlang zuhören durften. Seine Wohnung war für jedermann zugänglich, so wurde er sehr oft von allen möglichen Leuten besucht, die ihn interviewen oder um Rat und Hilfe fragen oder sich einfach nur mit ihm unterhalten wollten.
Fest steht, daß Gershwins Tür für jeden weit offen stand.

  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
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